Hintergrundbild vonLeichtbau durch Faserverbundtechnologie

Leichtbau durch Faserverbundtechnologie

Die Faserverbundtechnik ermöglicht sehr leichte Strukturbauteile für unterschiedlichste Anwendungen. Ein Fokus aktueller Entwicklungen liegt auf der Realisierung von geschlossenen, automatisierbaren und kosteneffizienten Prozessen, ein anderer auf dem Einsatz neuer Materialien.

Innovation Symposium (5)

Dienstag, 21. Januar 2020

Leichtbau mit Composites ist nicht immer leichtes Bauen

14:05 - 14:25, Halle 1

Referent

Prof. Dr. Markus C. Grob
Institutsleiter, Institut für Kunststofftechnik, Fachhochschule Nordwestschweiz

Gewichtsersparnisse wird oft als Hauptgrund für die Verwendung von Compositen angeführt. In der Tat sind diese sehr hoch und können bei gleichen mechanischen Eigenschaften gegenüber metallischen Werkstoffen weit über 50 % betragen. Trotzdem kommen diese Materialien nur zögerlich in grossen Anwendungen zum Zuge. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe:

  • Die Verbindungstechnik von Composite-Bauteilen ist alles andere als einfach
  • Neuartige Leichtmetall-Werkstoffe schmälern den Gewichtsgewinn
  • Thermoplastische Kurzfaser verstärkte Kunststoffe dringen immer mehr in den Bereich der Composite-Materialien ein
  • Das Rezyklieren von Composite-Materialien erweist sich als sehr schwierig, vor allem, wenn es sich um duromere Matrix-Materialien handelt
  • Oft ist die Gewichtseinsparung nur ein «nice to have» und ein höherer Preis kann nicht absorbiert werden

Das Institut für Kunststofftechnik entwickelt im Bereich der Verbindungstechnik unter anderem neue innovative auf Verschweissung basierende Lösungen. Im Bereich des Recyclings werden verschiedene Wege beschritten, so können die zu rezyklierenden Materialien entweder geschreddert und als funktioneller Füllstoff wieder verwendet werden oder es wird versucht im Falle von Carbonfasern die kostspieligen Fasern selber zurückzugewinnen, um diese wieder in eine hochwertigen Anwendung einzuarbeiten. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Oberfläche der Faser nach wie vor genügend funktionalisiert bleibt, um eine gute Faser-Matrix-Anbindung zu garantieren.   

 

Kurz CV

Markus C. Grob studierte Chemie an der ETH Zürich und bevor er zu DuPont in die USA wechselte, doktorierte er im Bereich der Hochleistungspolymere an der ETH Zürich.

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz war er für 20 Jahre in der Kunststoffindustrie im Bereich der Kunststoffadditiven, Kunststoffmodifizierung, Produkteentwicklung für den Bau-, Automobil und Extrusionsbereich tätig. Daraufhin wechselte er an die Fachhochschule ans Institut für Kunststofftechnik, wo er seit 2016 die Gruppe Chemie und Analytik und seit 2019 das Institut leitet.

 

Referent


Leichtbau durch Faserverbundtechnologie

14:30 - 14:50, Halle 1

Referent

Manuel Wöhrle
Gruppenleiter Branchenvertr., Senior Sales Manager Lightweight, ARBURG + Co KG

Leichtbau mit Faserverbundtechnologien ist mittlerweile für zahlreiche Branchen sehr interessant. Entsprechend breit ist das Spektrum an speziellen Materialien und Verfahren, die die Fertigung leichter, stabiler oder multifunktionaler Bauteile ermöglichen. Um diese Verfahren in die Produktion zu integrieren, reicht detailliertes Know-how der jeweiligen Technologie nicht aus – vielmehr ist der Blick auf die gesamte Prozesskette wichtig. Der Vortrag gibt einen Überblick über gängige Materialien und innovative Verfahren, die eine wirtschaftliche und effiziente Fertigung ermöglichen. Darüber hinaus beschreibt er mit vielfältigen Beispielen aus der Praxis die Potentiale, die sich durch eine ganzheitliche Betrachtung ergeben.

 

Kurz CV

Manuel Wöhrle arbeitet seit dem Jahr 2003 bei Arburg. Nach dem Abschluss seines DHBW-Studiums zum «Maschinenbauingenieur» war er von 2006 - 2010 in der Turnkey-Abteilung. In den folgenden 3 Jahren war er in der Arburg-Niederlassung in den USA für Projects und Technical Sales zuständig. Zurück in Deutschland war er ab 2013 weiter für Projekte in Nordamerika und Deutschland zuständig. Ab 2016 richtete Manuel Wöhrle als Senior Sales Manager Lightweight seinen Fokus auf Leichtbau. Hierzu zählt neben dem physikalischen Schäumen auch die Faserverbundtechnologie. Im Oktober 2018 übernahm er die Gruppenleitung für den Branchenvertrieb.

 

Referent


Leichtbau-Chock für die Luftfahrt

14:55 - 15:05, Halle 1

Referent

Chris­toph Nä­ge­li
Ge­schäfts­füh­rung der Nägeli Swiss AG

Leichtbau-Chock für die Luftfahrt

Im Auftrag von Aerogenius AG und in Zusammenarbeit mit Martin Brunner GmbH sowie Cross Composite AG hat Nägeli Swiss AG einen leichten, aber äusserst stabilen Chock aus Faserverbund realisiert. 

Der neu entwickelte Leichtbau-Chock aus PA6/CF-Faserchips hält Flugzeuge mit Startmasse bis 350 Tonnen in Position. Im Vortrag erzählt Ihnen Christoph Nägeli die Schweizer Erfolgsgeschichte.

 

Referent


Über das Thema

Die Faserverbundtechnik ermöglicht sehr leichte Strukturbauteile für unterschiedlichste Anwendungen. Ein Fokus aktueller Entwicklungen liegt auf der Realisierung von geschlossenen, automatisierbaren und kosteneffizienten Prozessen, ein anderer auf dem Einsatz neuer Materialien.

Diese Seite teilen

© Messe Luzern 2019 | Datenschutzrichtlinien